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Nach einem Nachmittag im Völkelschen Kellerstudio presenten wir proudly zwei neue Aufnahmen: Better with the weather und Song for my feet findet könnt Ihr euch unter http://www.myspace.com/wollmond anhören!

Und niemals vergessen: “Melancholia’s a bad neighbourhood…”

So this was Christmas…

Was sollte passieren, wenn eine akkumulatorisch betriebene Aktivbox, an die keine Kabel oder sonstigen Gerätschaften angeschlossen sind, lautstarkt Bayern1 Radio überträgt? (Bitte nur eine Antwort ankreuzen)

( )     Stanley Kubrik sollte einen Thriller mit dem Titel “The Broadcasting” darüber drehen

( )     Man sollte Bayern1 Radio wegen Ruhestörung verklagen

( )     Wollmond sollte lauter spielen

Trotz aller technischer (sowohl elektro- als auch spiel-) Probleme hatten wir Spaß, euch ein (hoffentlich) abwechslungsreiches und interessantes Weihnachtsprogramm zu präsentieren, vielen Dank an euch alle, die ihr uns trotz Kälte und Nässe die Treue haltet und mit uns einen schönen Abend hatten! Hier ein paar Impressionen von Boris, dem medizininschen Fotografisten:

P.S.: Es gibt Temperaturen, da sollte man draußen keine Saiteninstrumente mehr bedienen. Man sollte es einfach nicht tun.

So this is Christmas…

…und Wollmond is(s)t mit (dabei). Am Samstag, 5. Dezember stellen wir dem Nikolausi gemeinsam unsere musikalischen Stiefel hin. Der Mistelzweig wird um 19 Uhr erhängt, also strömet herbei und freut euch auf einen wie immer frischen, eigenen, unverwechselbaren Gig, frei nach dem Motto: Get a Glühwein, eat a Bradworschdweckla and enjoy listening to Wollmond! Eingeladen sind alle, auch die, die keinen Spekulatius mögen (was man aber tun sollte, ganz unabhängig von Wollmond). Wer Weihnachtsmärkte mag, wer Glühwein mag, wer Musik mag, wer Weihnachtslieder mag, wer Wollmond mag, wer nichts davon mag und wer am Samstag besseres zu tun hat, den treffen wir am 5. Dezember um 19 Uhr am Altdorfer Weihnachtsmarkt!

So long, be good.

Always.

Santa is watching you.

Wollmond goes plastic…

Tatsache – pünktlich und noch vor dem 19. September gibt es Wollmond jetzt auch zum heimlichen Nachhören. Wie das geht? Nun, auf http://www.myspace.com/wollmond gibt es drei Aufnahmen von uns. Zum Anhören, Weitersagen und Dauem lutschen.

Viel Spaß wünschen

Wimon & Solfgang

Mit etwas Verspätung, aber gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten: Eine Zusammenfassung der letzten Tage unseres kleinen Trips:

Wir haben noch gar nichts über Ricardo geschrieben, und das kann nun wirklich nicht sein. Ricardo kommt aus Brasilien und er ist ein Ingenieur. Aber zurzeit ist er auf Urlaubsreise durch Europa. Und weil er sich im Absolute Paris mit uns ein Zimmer teilte, haben wir ihn kennengelernt. Ricardo, das ist keiner von den unsympathischen Brasilianern. Wir waren noch nie in Brasilien, aber wir sind uns sicher, dass es auch unsympathische Brasilianer gibt. Ricardo ist keiner davon, Ricardo ist nett. Und wie.

Ricardo

An unserem zweiten Abend in Paris waren wir unterwegs im Quartier Latin. Zusammen mit Hanna waren wir da, und mit etwa zehn anderen Erasmus-Austauschstudenten aus mindestens genauso vielen verschiedenen Ländern. Hanna, das ist eine ganz eine Liebe, wie bereits geschrieben, wollten wir eigentlich bei ihr übernachten. Das ging aber leider nicht, deshalb sind wir aber trotzdem abends mit ihr weggegangen. Und Ricardo hat uns erzählt, er wollte mit einer anderen Brasilianerin, die er im Hotel kennengelernt hat, sowieso ins Quartier Latin. Da sind wir einfach zusammen weggegangen. Und als wir am nächsten Abend auf die Pont des Arts gegangen sind, um da wiederum mit Hanna und den Erasmusern zu picknicken und ein bisschen Musik zu machen, da war er auch dabei. Und das waren zwei wirklich schöne Abende. Jeder sollte auf seiner Reise einen Ricardo treffen, denn mit so einem Ricardo macht alles mindestens doppelt so viel Spaß. (Lustig: wir haben sogar zwei getroffen, denn wir haben am letzten Tag noch einen weiteren Zimmergenossen bekommen, einen Medizinstudent mit langen Haaren aus Dresden. Und der hieß – wer hätte es gedacht – Ricardo.) Von Ricardo wissen wir auch, dass es die Pont Neuf gar nicht gibt. Kein Witz – das ist bloß ein Touristengag. Die Pont Neuf existiert nicht, genauso wie Bielefeld. Zum Beweis schaut euch das Foto an, da sieht man sie, wie wir sie ins Bild hineinretuschiert haben.

Pont Neuf (die wo nicht existieren tut)

Wir gingen also an unserem letzten Abend auf die Pont des Arts, um da ein bisschen Rotwein aus der Flasche zu trinken, an einem Camembert mit Baguette zu knappern und um Paris musikalisch Adieu zu sagen. Die Pont des Arts, das gibt es echt nur in Paris. Was hauptsächlich daran liegt, dass sie in Paris steht. Aber schön ist es da, und das liegt daran, dass diese Fußgängerbrücke über die Seine abends von Studenten in Besitz genommen wird, die sich dort treffen, um – nun ja – Rotwein aus der Flasche zu trinken, an einem Camembert mit Baguette zu knappern und um Wollmond beim musizieren zuzuhören. In Deutschland heißt das Vorglühen, in Paris ist das aber irgendwie… mehr… in Paris.

Hanna

Man muss sich das mal vorstellen, Wollmond steht da, dahinter sieht man die Pont Neuf NICHT, weil sie ja nicht existiert, der Mond geht langsam auf und alle haben eine gute Zeit. So sollte man Paris Adieu sagen. Und Hallo. Und auch alles andere.

Pont des Arts

Auf dem Rückweg ins Hostel sind wir noch zwei anderen Musikern begegnet, die waren stark. Mit Mundharmonika und Bass haben wir ein bisschen in G-Dur mitgejammt. Stark war das.

Musicien

Das war Paris. So und anders.

Speyer, das ist eine der ältesten Städte Deutschlands und sie hat gut 50.000 Einwohner. Das wussten wir nicht, als wir am Sonntag dort ankamen. Also haben wir erstmal die Fußgängerzone gesucht und gefunden. Wir waren nämlich alleine, als wir in Speyer ankamen. Treffen wollten wir uns dort mit Kathrin und mit Elle, ihrer Schwester. Aber Kathrin war noch in Düsseldorf (dass da wer hinwill…) und Elle war noch im Stau (auch dass da wer hinwill…). Aber Kathrin hatte uns ein Café empfohlen in der Fußgängerzone, die in Speyer Maximilanstraße heißt. Und deshalb haben wir die gesucht und gefunden. Und im Café Triumphalis (im Übrigen ein exzellenter Name für ein Café) haben wir dann auf Elle gewartet und Spätzle gegessen und uns über Wespen geärgert. Und dann haben wir noch gespielt, in der Maximilianstraße und in Sichtweite des Doms. Und das war riesig, die Menschen waren gut drauf und haben uns zugehört und es hat ihnen gefallen. Und als dem Wolle der Text der ersten Strophe von You ain’t going nowhere nicht eingefallen ist, da hat ein lieber Herr im Rollstuhl ihm weitergeholfen und wir haben extra für ihn die erste Strophe nochmal gesungen. Und ein anderer wollte gern einen Beatles-Song hören, da haben wir die hölzerne Norwegische Nationalhymne gespielt.

Speyer Maximilianstraße

Und was wir da alles gelernt haben. Wussten Sie zum Beispiel, dass Pantomimen Telefonzellen benutzen? Nicht, um aus der fiktiven Scheibe eine echte zu machen, nein, die halten echt den Hörer in der Hand. Wir glauben ja, wenn man mit einem Pantomimen telefoniert, dann ist das eine recht einseitige Geschichte. Oder wussten Sie zum Beispiel, dass man einen Eiskaffee auch im Pappbecher zum Mitnehmen haben kann? Sachen gibt’s, die gibt’s.

Und dann die Unterkunft, die uns in Speyer gewählt haben – unbeschreiblich. Kathrin promoviert an der Speyerschen Universität und hat sich als Untermieterin bei einer ganz einer netten Frau einquartiert, nämlich bei der Frau Drees. Ohne Sarkasmus oder Ironie, diese Frau ist eine Wucht. Als wir ankamen hatte sie uns ZWEI BETTEN frisch BEZOGEN. Drei Wörter, die wir in der Kombination natürlich die ganze Reise über nicht erlebt hatten – wie auch? Und auf dem Kopfkissen lagen für jeden zwei Stücken Schokolade. Und als wir am nächsten Morgen aufwachten hatte sie den Frühstückstisch komplett gedeckt und extra Brötchen geholt. Bloß einem waren wir wahrscheinlich einfach zu viel in der Wohnung, ihrem kleinen gelben Kanarienvogel. Eigentlich hat sie zwei, Max und Moritz. Aber einer von beiden ist abgehauen. Trotz Futter-Auf-Die-Terasse-Stellens und Bereitlegen eines Fangnetzes war er bis zu unserer Abreise nicht bereit, zurückzukehren. Bislang haben wir noch keinen Zwischenbericht über die Kanariensuche. Kaum zu glauben, dass jemand freiwillig Frau Drees und ihr Haus verlässt.

Jeder sollte nicht nur einen (oder zwei) Ricardo(s) haben, sondern auch eine Frau Drees. Und außerdem eine Naty samt Plachy-tastischen Eltern, eine Eva, einen Florian, eine Hanna, eine Kathrin und eine Elle. Wir sagen jedenfalls artig DANKE an alle, die diesen Trip für uns zu einer derart schönen Reise gemacht haben und freuen uns über ganz viele tolle Erfahrungen, nette Menschen, die wir kennengelernt haben, und auf all das was die Straßenmusik für uns noch bringen wird – Es gibt noch viele Straßen da draußen, also nehmt euch in Acht!

Vielen Dank an alle, auch natürlich für’s verantwortungsbewusste Lesen des Blogs. Für eventuell entstandene bleibende Schädigungen übernehmen wir keine Haftung, bleibt wie ihr seid und esst viel Spinat.

Wanderer in Speyer

Notre Dame

Eines vorneweg: Der Eifelturm sieht nachts aus wie eine Weihnachtstanne. Das ist kein Witz und auch keine Einbildung, er sieht aus wie eine gigantische, geschmacklos mit tausenden blinkenden Lichtern bestueckte, Weihnachtstanne. Ausserdem steht er wirklich nicht gut, wenn man zum Beispiel auf der Terasse der Kirche Sacre-Coeur im Stadtteil Montmartre steht – im Uebrigen der hoechstgelegene Platz Paris’ und Ort der wunderschoenen Schnitzeljagd-Szene im Film Le Fabuleuse Destin d’Amelie Poulain -, dann sieht man ihn nicht einmal.

Was man aber weit hin sieht, ist das Centre Pompidou und das ist wirklich ein interessantes Ding. Wenn man einen Pulli auf links stuelpt, dann sieht man all die Naehte. Wenn man das mit einem Haus macht (Rohre, Traeger, etc. nach aussen), dann hat man ein wunderschoenes Museum fuer moderne Kunst. Im Uebrigen war die groesste Kunst natuerlich auf dem Platz davor zu finden, wo ein Strassenmusikduo lustig musiziert hat.

Amsterdam zu verlassen fiel uns nicht leicht, selten haben wir uns an einem Ort so angenommen gefuehlt. Aber Paris ist Paris und wer weiss, wie lange es das noch bleibt. Also ab in den TGV, der nebenbei bemerkt weniger kontrabasskompatibel ist, als der ICE.  Da sieht man mal wieder, wer hier das Kulturvolk ist! Bei Hanna konnten wir uebrigens nicht uebernachten, das hatten wir eigentlich vor. Und so begann die Episode Wollmond in Paris in einem Restaurant zur Goldenen Moewe (In Frankreich gibt es einen Burger, da sind Tortilla-Chips drauf – Vogelwild!), wo Anrufe bei guenstigen Hostels getaetigt wurden. Inzwischen wohnen wir im Absolute Paris, das ist zwei Minuten vom Place de la Republique entfernt und morgens gibt es da einen ganz furchtbaren Kaffee. Macht aber nix, es ist schoen da.

Gluecklicherweise haben wir Paris am ersten Abend ohne Instrumente erkundetm inzwischen kennen wir uns richtig brauchbar aus. Nur ein Problem: Kennt Ihr die mehr als zweifelhafte Verfilmung der Dan-Brown-Verschwoerungstuete Sakrileg? Am Ende rennt Tom Hanks in den Hof des Louvre hinein (da wo die glaesernen Pyramiden stehn) und bleibt dann auf einer riesigen Glasplatte stehen, durch die man in das Museum hineinsehen kann. Da darunter liegt im Roman naemlich Maria Magdalena begraben, von der wir alle Wissen, dass sie mit Jesus Vater, Mutter, Kind gespielt hat. Wir dachten uns, da muessen wir hin. Und dann haben wir die Platte gesucht, und siehe da: Il n’existe pas! Eine Stunde lang haben wir gesucht, und gefunden haben wir gar nichts. Dabei sieht das im Film doch alles so echt aus. Dahinter steckt bestimmt eine Verschwoerung. Daher:

Liebe Illuminaten, opus Dei und all die anderen Geheimorganisationen,

wir koennen ja gut verstehen, dass es gehoerig Spass machen kann, die Weltherrschaft an sich zu reissen. Aber warum muesst ihr so einen Schabernack treiben und einfach Glassplatten verschwinden lassen. Das ist doch albern.

Liebe Gruesse,

Wollmond

Wir haben inzwischen eine Theorie: Die Glasplatte befindet sich in der Mitte des Kreisverkehrs am Place du Carousel. Nur warum baut man eine Glasplatte an einen Ort, den man nicht betreten darf. Vogelwild, die Franzosen.

Trotzdem sind wir Touristen und das aber sowas von. Wir haben uns gleich mal richtig schoen ausnehmen lassen, am Square L. Michel unterhalb von Sacre-Coeur. Da laufen Horden von nordafrikastaemmigen jungen Maennern umher, die haben drei unterschiedlich farbige Schnuere dabei, die an einem Ende eine Schlinge bilden. Die stuelpen sie einem ahnungslosen (= dummen) Touristen ueber den Finger und dann fangen sie an, ein Armband zu flechten. Und wenn sie dann, sobald sie erfahren haben dass man Deutscher ist, mit ihren Sprachkentnissen angegeben haben (“Wie geht’s”, “Alles Klar”), wollen sie zehn Euro dafuer. Wolle ist fuenf Euro aermer geworden, Simon drei. Dafuer haben wir jetzt neue Armbaender….

Wolle und Sacre-Coeur

Musik gemacht haben wir auch, Paris ist traumhaft fuer Strassenmusik. Die Menschen sind interessiert und es gefaellt ihnen, Plaetze gibt es sowieso genug. So haben wir am Place Martin vor dem Centre Pompidou (daneben, am Place Igor Strawinsky, steht ein herrlicher Brunnen von Nici de Saint-Phalle und Jean Tingeuly) angefangen und wurden gleich mal durch einen Regenschauer unter ein nahes Dach verjagt. Da war die Akustik aber eh viel besser. Hinter uns lungerten vier junge Maenner offensichtlich nordafrikanischer Herkunft herum, irgendwann kamen dann vier Beamte der franzoesischen Polizei mit Schlagstoecken und Handschellen um die vier einfach Pauschal auf Aufenthaltsberechtigung, Drogen und Waffen zu untersuchen. Als Abschiedsstaendchen fuer die Toleranz haben wir Paul Simons Slip Slidin Away gespielt.

Spaeter ging es dann weiter zum Hotel de Ville, aber da haben uns eigentlich bloss zwei aufgedreht kichernd tanzende Teenager weiblichen Geschlechts zugehoert. Richtig schoen war es im Garten (Jardin) des Musee de Louvre, da hat es den Leuten wohl richtig gut gefallen, was wir so treiben. Toll auch die amerikanische Touristin, die waehrend “Mrs Robinson” zu uns lief und uns ihren Fuehrerschein unter die Nase hielt. “Robinson” stand da. God pless you please, Mrs Robinson.

Leider darf man da nicht spielen, also im Garten vom Louvre und irgendwann war auch die Toleranz von dem Aufseher zu Ende. Am Ende des Tages sind wir also nocheinmal zum Centre Pompidou. Da haben sich die Leute in den letzten Sonnenstrahlen auf den Platz gesetzt und uns zugehoert. Viele waren das, zum Beispiel zwei Maedchen im Studentenalter, die fast fuenfzehn Minuten lang gemeinsam an einem einzigen Duebel nuckelten. Wir haben Neil Young gespielt, und auch Robert Duelahn, den grossen tuerkischen Songwriter. Und dann kam diese riesige Gruppe Teenager zweifelhafter Nationalitaet, bestimmt dreissig Jugendliche, vielleicht eine Schulklasse. Von denen haben wir unsere allererste Laola-Welle bekommen und ausserdem viel Applaus. Und als sie nach vier, fuenf Liedern, das letzte wird wohl Rolling Stone gewesen sein, oder vielleicht auch Tom Petty’s Free Falling, gehen wollten, da haben sie sich in Reihe und Glied aufgestellt und brav jeder ein paar Muenzen in unseren Mundharmonikakoffer gelegt. Also:

Liebe LehrerInnen,

Ihr wollt Disziplin, Anerkennung, Respekt und gutes Benehmen? Kauft euch eine Gitarre und einen Kontrabass. Und im Zweifelsfall spielt einfach Amy MacDonald, damit kriegt man sie alle!

Viele Gruesse,

Wollmond

Heute morgen stand noch einmal Montmartre auf dem Programm, ein paar Songs am Abessese Butte schrummeln. Und heute Abend gibt es eine Wollmond’s original Paris-Farewell-Party in Form eines musikalischen Picknicks auf der Pont des Arts. Paris stellt die Bruecke, Wollmond die Kunst.

Und dann? Dann heisst es Adieu, ma belle Paris. Dann geht es zurueck nach Deutschland, in die Pfalz.

Und wem das jetzt nicht genug Paris auf einer Seite war, wir werden demnaechst eine Liste aller Orte online Stellen, die wir in Paris nicht besucht haben. Neben der Stahl-Weihnachtstanne und der Freiheitsstatue werden sich da auch so grossartige Namen wie das Bistro “Deux Moulins” oder der erste der drei Triumphboegen finden. Seid gespannt.

Achja: Wir haben viel gesehen in Paris, aber kein Nilpferd.

Nachtrag zu Amsterdam

“Working Class Hero” wird unser sakrales Stueck. Wir standen am Leids Plein, dreiviertel elf am Abend und die angemalten Schoenheiten waren hinsichtlich Intention ihres Ausflugs ins Nachtleben, also ob beruflich oder zum Vergnuegen, nicht mehr zu unterscheiden. Gegenueber war ein Paar in den Fruehdreisigern gerade damit beschaeftigt, eine lautstarke und traenenreiche Beziehungsfehde auszutragen und wir spielten Working Class Hero, mal wieder. Ein Mann lief vorbei, mit Augen so gross wie das zweieinhalb-Kronen-Stueck, das uns jemand in den Mundharmonikakoffer geworfen hat. Er blieb stehen und sah uns an, ununterbrochen mit offenen Augen, ohne zu blinzeln oder wegzusehen. Auf was genau er war, war natuerlich nicht zu erkennen, aber, dass es viel war. Er hoert uns also starrenderweise zu, und in jedem Refrain spricht er die Worte “a working class hero…” mit. Und nach dem letzten Refrain, in dem die zweite Zeile eine Terz hoeher geschmettert wird und dann das derbe Decrescendo kommt, bevor der Song mit der einmal wiederholten Zeile “if you want to be a hero, well just follow me” endet, da kommt er drei Schritte naeher, hebt die Hand und ruft “That’s me, that’s me! And it’s all true! I’ve been through all that shit and it’s true!” Dann dreht er sich um und geht. Und die weinende Frau gegenueber hat immernoch geweint und der Mann hat ihre Tasche genommen und sie unter dem Arm gepackt und ist mit ihr davongelaufen. Und in der Kneipe daneben lief ein Fernseher mit einem Baseballspiel.

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